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Historisches (Seite 2/4)

Zu Ehren der gefallenen und verstorbenen Mitglieder ließ der Verein im Jahre 1929 eine Gedenktafel anfertigen. Man beschloss außerdem, im Gedenken an die Verstorbenen des Vereins alljährlich einen Kirchgang abzuhalten.

Im September 1939 kam der unglückselige 2. Weltkrieg, und 68 Sangesfreunde mussten den Waffenrock anziehen, so daß die Gesangsproben eingestellt werden mussten. Ab 1941 probte ein kleiner Chor Lieder, die zur Totenfeier gefallener Mitglieder aufgeführt wurden. 27 Sänger kehrten nicht mehr in die Heimat zurück.

Im November 1945 wurden dann die Proben wieder regelmäßig aufgenommen. Da unser Hilfsdirigent Benno Schüßler noch in Gefangenschaft war, stellte sich Josef Zenglein aus Damm als Dirigent zur Verfügung.

Das erste Konzert nach dem Krieg wurde unter seiner Leitung im Jahre 1946 in der Turnhalle, im Kinosaal und im Eisenwerk Laufach aufgeführt und damit begann wieder neues Leben in Chor.

1947 kam Benno Schüßler aus der Gefangenschaft zurück und löste den ehrenamtlich tätigen Josef Zenglein als Dirigenten ab.

Bei der Generalversammlung am 16. Januar 1949 wurde Heinrich Sauer zum ersten Vorsitzenden gewählt. Er und der neue Dirigent Benno Schüßler sollten zu den tragenden Säulen des Vereins in den künftigen Jahren werden. Unter ihrem aufopfernden und verantwortungsbewussten Wirken erreichte der Verein seine größten Erfolge, über die an anderer Stelle dieser Festschrift ausführlicher berichtet wird Schriftführer Franz Herbert wurde für 24jährige gewissenhafte Protokollführung gedankt.

1954 beschloss man, das Frühlingskonzert regelmäßig am Ostersonntag abzuhalten. Seitdem stellten der Dirigent und die Sänger wiederholt ihre ausgezeichneten Leistungen unter Beweis. Die Konzerte wurden von dem dankbaren Hösbacher Publikum mit großem Beifall aufgenommen. Insbesondere konnte ein junger Solo-Sänger in den Reihen der «Germania» mit seiner schönen und klaren Stimme begeistern. Es war der heute nicht nur in ganz Deutschland bekannte Bass Karl Fäth. Seit diesem Jahr nahm man auch wieder an den Wertungssingen im Stadttheater Aschaffenburg teil.

Der Beschluss, alle über 80 Jahre alten Sänger zu Ehrenmitgliedern zu ernennen, geht auf das Jahr 1956 zurück. Ferner wird bei Silberner Hochzeit den aktiven und bei Goldener Hochzeit auch den passiven Sängern ein Ständchen gebracht.

Seit 1958 wird der heute noch traditionelle Sängerball abgehalten.

Im März 1959 verstarb plötzlich Kassier Alfons Stein, der noch kurz zuvor für seine 25jährige verdienstvolle Tätigkeit im Verein geehrt wurde. Kaum ein Jahr später verlor die «Germania» durch den Tod von 2. Vorstand Lorenz Völker einen ihrer größten Idealisten. Er starb im Januar 1960 an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Im gleichen Jahr in der Generalversammlung wurde als Nachfolger von Lorenz Völker, der 22jährige Hans Schmitt nach einem schwierigen Wahlgang zum 2. Vorstand gewählt. August Sittinger legte nach 10jähriger Tätigkeit als Schriftführer sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Heinrich Sauer II. August Sittinger, ein großer Verfechter unserer Sängersache, übernahm im 3. Reich kommissarisch den Vorsitz des Vereins, da Wilhelm Fäth kein Parteimitglied war und deshalb den Verein nach außen hin nicht vertreten durfte.

Für die Belange der Kirche stellte sich der Verein jederzeit gerne zur Verfügung. So auch wieder am 8. Mai 1960 bei einem Kirchenkonzert zusammen mit dem Bruderverein «Bavaria» und dem damals bestehenden Kirchenchor. Das ausgezeichnete Einvernehmen unseres Vorstandes Heinrich Sauer mit dem Vorstand der «Bavaria», Valentin Rausch, ermöglichte das alljährlich an Allerheiligen stattfindende gemeinschaftliche Singen auf dem Friedhof.

In den Tagen vom 14. bis 16. Juli 1962 beging unser Bruderverein «Bavaria» in festlicher Weise sein 5Ojähriges Vereinsjubiläum, verbunden mit Fahnenweihe. Auf Wunsch hat unser Verein die Patenschaft übernommen. Zur Eröffnung des Festkommers sang der Chor mit der stattlichen Zahl von 88 Sängern. Heinrich Sauer beglückwünschte den Jubelverein und übergab als Geschenk einen Chorsatz.

In all diesen erfolgreichen Jahren war unser damaliger Vorstand Heinrich Sauer, unterstützt von unserem damals jungen aktiven 2. Vorstand Hans Schmitt, zum Vater seiner Sänger geworden. Sein Fleiß und seine Hingabe für den Verein kannten keine Grenzen. Die Sänger waren ihm treu ergeben. Zu dieser Harmonie kam noch das Können unseres Dirigenten Benno Schüßler, und so konnte der Erfolg nicht ausbleiben.

Nach dem Berufswechsel von Chorleiter Benno Schüßler war es ihm unmöglich geworden, regelmäßig die Gesangsproben abzuhalten. Es zeugte von seiner Weitsicht, dass er darauf bestand abgelöst zu werden. Schweren Herzens musste sich der Chor von seinem Dirigenten trennen, dessen Nachfolge Erich Peter Stein antrat. Am 5. September 1968 war die erste Probe unter dem neuen Chorleiter. Die Probenabende wurden donnerstags abgehalten. Nach einigen Proben waren die Sänger und die Vorstandschaft überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. Zu Erich Peter Steins musikalischen Kenntnissen als ausgebildeter Bariton kamen noch seine pädagogischen Fähigkeiten. Er fand schnell Kontakt zu den Sängern, so dass der Dirigentenwechsel keine Nachteile für den Chor brachte.

Kurz nach dem Wechsel des Chorleiters wurde 1969 auch ein neuer Vorstand gewählt, da Heinrich Sauer nach 20jähriger erfolgreicher Tätigkeit sein Amt zur Verfügung stellte. Es war nicht einfach, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Alois Völker und Heinz Günther stellten sich zur Wahl; Alois Völker wurde zum 1. Vorstand, Heinz Günther zum 2. Vorstand gewählt, Hans Schmitt übernahm den neu geschaffenen 3. Vorstandsposten. Heinrich Sauer wurde zum Ehrenvorsitzenden und Benno Schüßler zum Ehrenchorleiter der «Germania» ernannt.

Obwohl die Aufgabe, Heinrich Sauer als Vorstand zu ersetzen sicherlich keine leichte Aufgabe war, übernahm Alois Völker dieses Amt gerne. Veranstaltungen und Erfolge in den Jahren seiner Amtszeit haben bewiesen, dass das in ihn gesetzte Vertrauen der Mitglieder berechtigt war. Er setzte seine ganze Kraft zum Wohle des Vereins ein, bis er aus beruflichen Gründen sein Amt im Jahre 1976 zur Verfügung stellte.

Am 14. 12. 1969 traf die «Germania» erneut ein schwerer Verlust. Das Ehepaar Maria und Oswald Leimeister verunglückten bei einem Brand in der Gaststätte «Alt Nürnberg» in Aschaffenburg tödlich. Oswald war ein aktiver hoffnungsvoller Sänger. Im Januar 1969 wurde er in der Generalversammlung zur Wahl als 1. Vorstand vorgeschlagen, er lehnte mit der Begründung ab, er sei noch zu jung für diesen Posten.

In der Generalversammlung vom 1. 2. 1976 wurde mit Gerhard Zapf ein Mann zum 1. Vorsitzen den gewählt, der schon als Kassier und 2. Vorstand eine Fähigkeiten in der Vereinsführung bewiesen hatte. 2. Vorstand wurde der junge Toni Staudt und Hans Schmitt wurde wieder 3. Vorstand Mit Geschäftsführer Walter Lenz, Kassier Max Brückner, Pressewart Peter Walther, Protokollführer Heinrich Sauer II und Notenwart Herbert Völker war eine fast neue und erfolgversprechende Vorstandschaft gewählt. Seine erste Aufgabe, das 9Ojährige Gründungsfest, wurde auch gleich ein voller Erfolg.

Seit diesem Jahr ist die «Germania» durch den Anschluss eines Frauenchores auch zum gemischten Chor geworden und verfügt seither über drei Chöre: Männer-, Frauen- und gemischter Chor. Dem Antrag der Frauen, ab 1977 wöchentlich zu proben, wurde stattgegeben.

Uneingeschränkter Respekt gebührt Sängerfreund Josef Glaab, der bereits 22 Mal ein ganzes Jahr lang bei keiner Probe fehlte.

Im Juli des gleichen Jahres wurde unserem Dirigenten Erich Peter Stein das Amt des «Kreischormeisters» übertragen.


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