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Am 4. Juli 1886 fand die erste Generalversammlung statt, in der die erste Vorstandschaft der Vereinsgeschichte gewählt wurde. Erster Vorstand wurde Georg Stein. Zum zweiten Vorstand und zugleich zum Dirigenten wählte man Wilhelm Schröder aus Aschaffenburg. Weiter wurden gewählt: als Schriftführer Guido Hugo, als Kassierer Franz Josef Heeg sowie die Ausschussmitglieder Adam Maidhof, Franz Laibacher und Adam Heeg.

Als ersten Verein besuchte man am 3. Juli 1887 den «Sängerkranz Damm» anlässlich seiner Fahnenweihe mit Musik. Am 24. Oktober 1887 übernahm Lehrer Klug als neuer Dirigent den Taktstock. Als am Karfreitag 1890 der erste Vorstand Georg Stein verunglückte, übernahm Franz-Josef Heeg sein Amt, das er am 1. Januar 1891 an Franz Laibacher weitergab. Zum Vereinsdiener wurde Franz Stein gewählt. Er erhielt monatlich 80 Pfennig und war beitragsfrei.

Die ersten eigenen Veranstaltungen des Vereins waren am 3. August 1890 ein Waldfest, am 2. Weihnachtsfeiertag des gleichen Jahres eine Christbaumverlosung und am 31. Mai des folgenden Jahres wieder ein Waldfest. Ein Jahr darauf am 28. Juni 1891 -wurde anlässlich des 5jährigen Bestehens die Vereinsfahne geweiht. Patenverein war der Gesangverein «Harmonie» Goldbach.

Zur Anschaffung dieser Fahne spendeten 29 Mitglieder Beträge zwischen 50 Pfennig und 10 Mark. Pfarrer Link und Lehrer Seus, die sich ebenfalls großzügig gezeigt hatten, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Am 20. August 1894 wurde Josef Göhler zum neuen Dirigenten bestellt, der sein Amt bereits am 17. Mai 1895 an Lehrer Seus weitergab. Im gleichen Jahr notierte der Chronist der Vereinsgeschichte, dass ein Konzertflügel von Wilhelm Arnold, Aschaffenburg, angeschafft wurde. Kostenpunkt 500 Mark, bei einer Abzahlung von jährlich 50 Mark mit 5% Zinsen auf 10 Jahre.

Die Eintragung als anerkannter Verein beim Amtsgericht Aschaffenburg erfolgte am 27. Februar 1897.

In der Generalversammlung am 17. März 1901 wurde die Vorstandschaft erstmalig auf 5 Jahre gewählt.

Ein weiteres bemerkenswertes Ereignis wurde aus dem Jahre 1904 berichtet. Am 20. März beschloss die Generalversammlung, dem Gesangverein «Germania» die Bezeichnung «Versicherungsverein» beizufügen. Die Mitglieder sollten fortan bei Krankheit und die Hinterbliebenen eines Verstorbenen Mitgliedes eine Unterstützung erhalten. Hierzu ein Zitat aus dem Protokollbuch vom 13. März 1904:

«Der Hauptzweck des Vereins ist die Pflege des Männergesanges, sowie guter, hilfsbereiter Kameradschaft. Letztere besteht nach Ansicht der Unterzeichneten darin, dass sich die Vereinsmitglieder nicht nur beim Gesang und bei Abhaltung von Festlichkeiten als ein Ganzes fühlen, sondern auch in Tagen der Not einander treu beistehen, also kranke Mitglieder unterstützen und die erste Not Hinterbliebener lindern.»

Bei der Generalversammlung am 7. Januar 1912, im damaligen Vereinslokal Gasthaus «Zur Traube», spaltete sich auf Grund gemeindepolitischer Meinungsverschieden ei ten (Bürgermeisterwahl) der Verein. 15 aktive Sänger blieben dem Gesangverein «Germania» treu und siedelten mit Vorstand und Inventar in das neue Vereinslokal Gasthaus «Zum Anker» über. 10 aktive Sänger gründeten mit Gleichgesinnten den Gesangverein «Bavaria» Hösbach. Leider sind weder aus dem gemeindlichen Akten noch aus dem Protokollbuch des Vereins die genauen Beweggründe dieser Spaltung zu ersehen.

Heute kann man mit Freude sagen, dass durch die damalige Spaltung zwei leistungsstarke Chöre entstanden sind, die in brüderlicher Eintracht miteinander wetteifern und, durch gegenseitige Erfolge angespornt, bis weit über die Grenzen des Heimatgebietes hinaus bekannt wurden.

Während des ersten Weltkrieges und der Nachkriegszeit konnten keine Feste und Veranstaltungen abgehalten werden. Erst im Jahre 1922 wurde durch Vorstand Georg Graf das Vereinsleben wieder aufgenommen. Durch Beschluss sollte den Gründungsmitgliedern bei deren Beerdigung gesungen werden. Der frühere Vorsitzende Adam Stein wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nach dem Dirigenten Lehrer Seus leiteten noch die Herren Lehrer Leipold und Scherer den Chor. Danach war nochmals Wilhelm Schröder Chorleiter.

Im Jahre 1922 übernahm Lehrer Brönner, der 7. Dirigent seit Bestehen des Vereins, den Taktstock. Unter seiner dynamischen Leitung formte sich der Chor zu einem ausgezeichneten Klangkörper. Es ist sein Verdienst, dass der Chor in der Lage war, ab 1927 jährlich ein Konzert abzuhalten und regelmäßig an den Wertungssingen teilzunehmen. Nach seinem frühen Tod im Jahre 1946 übernahm Josef Zenglein das Amt des Chorleiters.

Wesentlichen Anteil an dem Aufschwung des Vereins in dieser Zeit hatte auch der im Jahre 1924 gewählte Vorstand Wilhelm Fäth. Er leitete 25 Jahre die Geschicke der «Germania». Ihm war keine Arbeit und Mühe zu viel, unter seiner Leitung zog ein neuer Geist ein. So wurde damals beschlossen, dass jeder Sänger mindestens 5 Proben besucht haben musste, um bei einer Aufführung mitzuwirken. Wer bei 3 Proben unentschuldigt fehlte, musste für ein halbes Jahr aussetzen. Aus dieser Zeit rührt auch der Brauch, die besten Probenbesucher mit einem Glas auszuzeichnen. Während der großen Arbeitslosigkeit stifteten die aktiven Sänger jedem, der aus finanziellen Gründen die Proben nicht besuchen konnte, einen Liter Bier. Wilhelm Fäth verstand es, dass allein im Jahre 1927 und 1928 dem Verein 32 aktive Sänger beitraten. Um so schmerzlicher war der Verlust, als er im Jahre 1948 tödlich verunglückte. Unter großer Anteilnahme der aktiven und passiven Sänger wurde er zu Grabe getragen.


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